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Aus der Schulgeschichte

Bis zum 17. Jahrhundert gab es im „Stab Reichenbach“, der im Wesentlichen das heutige Waldbronn umfasste, noch keine eigene Schule. Die drei Dörfer des Stabs, Busenbach, Etzenrot und Reichenbach, gehörten zur Pfarrei Ettlingen, und da das Schulwesen der Pfarrei zugeordnet war, gingen die Kinder auch dort zur Schule. Unterricht gab es aber nur im Winterhalbjahr, und die Kinder mussten den täglichen Weg zur Ettlinger Schule zu Fuß zurücklegen.
1739 gab es in Busenbach nachweislich ein Schulhaus und einen Schulmeister, der auch die Reichenbacher und wahrscheinlich Etzenroter Kinder unterrichtete und von den Bürgern der Gemeinden des Stabs unterhalten wurde.
Um 1790 baute die Gemeinde Busenbach ein neues Schulhaus, welches aber lange Zeit zweckentfremdet wurde, da es bis 1832 den Pfarrverwesern bzw. Pfarrern als Wohnung diente, während der Schulunterricht im Haus des Lehrers stattfand.

Seit 1847 war das neu erbaute Rathaus in der Ettlinger Straße zugleich Schullokal. Heute ist hier eine Arztpraxis untergebracht.

Das „Alte Schulhaus“ in der Schulstraße
Das heutige „Alte Schulhaus“ in der Schulstraße wurde 1906 erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg erweitert. Eine Dachwohnung diente hier der Familie des Hausmeisters lange Zeit als Wohnstätte. Heute sind hier noch die Kernzeitenbetreuung und der Schülerhort sowie ein Kindergarten untergebracht.
(2006 konnte der 100. Geburtstag des Gebäudes in mehreren Veranstaltungen gefeiert werden.)


Das „Neue Schulhaus“, Eingang Brucknerweg

Aufgrund steigender Schülerzahlen war Ende der 60er Jahre ein zweites Schulgebäude erforderlich. 1970/71  wurde das „Neue Schulhaus“, Im Brucknerweg, in unmittelbarer Nähe zum „Alten Schulhaus“ errichtet und am 1. Juli 1971 bezogen. Heute befinden sich hier Rektorat, Sekretariat, Lehrerzimmer, Fachräume sowie nach dem Auslaufen der Haupt-, bzw Werkrealschule alle Grundschul-Klassenzimmer.

Aus der Luftperspektive: Die beiden Turnhallen  (oben am Bildrand die neue Turnhalle, links die alte Turnhalle) und der Sportplatz mit den Schülern in einem Schriftzug  anlässlich der Verabschiedung eines früheren Schulleiters im Juli 2002.

1973 wurde eine neue, abteilbare Schulturnhalle eingeweiht, nachdem auch die „Alte Turnhalle“ – heute vollständig Eigentum des TV Busenbach – nicht mehr den sportlichen Erfordernissen entsprach. 

Schulleiter seit 1945:

1945 – 1947       Schulleiter Karl Gottmann    

1947 – 1950       Schulleiter Rudolf Hermann

1950 – 1967       Rektor Eduard Möhn            

1967 – 1972       Rektor Julius Sproll  

1972 – 1985       Rektor René Löffler            

1985 – 2002       Rektor Helmut Waldmann

seit Aug. 2002   Rektor Rolf Nold

 

Lesen Sie auch untenstehend aus der Festschrift von 2006:

den Aufsatz von Herrn Rektor a.D. Löffler

sowie

den Bericht von Herrn Rektor a.D. Waldmann

Schule macht Freude   von René Löffler (Schulleiter von 1972 – 1985)

Das Busenbacher Schulleben war von Beginn an auf Zukunft hingeordnet. Die Lehrkräfte haben ihre Schüler stets für die nächste Zeitlage vorbereitet und handlungstüchtig gemacht. Das pädagogische Schaffen ist Aufbauarbeit. Es ist ein Tun auf Glauben.Albert Schweitzer hat treffend geschrieben: „Kein Sonnenstrahl geht verloren. Aber das Grün, das er weckt, braucht Zeit zum Sprießen, und dem Sämann ist nicht immer beschieden, die Ernte mitzuerleben.“ Das pädagogische Wirken ist wie beim Säen „Tun auf Glauben“. Die Lehrkräfte glauben und vertrauen, dass die Saat ihrer geduldigen Kleinarbeit aufgehen und, so Gott es fügt, gute Frucht bringen wird.
Die Lehrkräfte erhoffen und wünschen, dass die Schulkinder als Erwachsene für sich selbst und für andere zum Segen werden. Die Schulzeit ist für alle Beteiligten mehr als nur notwendige Durchlaufzeit. Die Schulzeit ist eine unentbehrliche Teilstrecke auf dem Weg des formenden Lebens.

Der Kleinregent und sein Fußvolk
Jede Zeit hat ihr eigenes Gepräge, das die Lebensweise der Menschen beeinflusst und dem öffentlichen Leben die zeitspezifische Färbung verleiht.
Die Zeit um 1900 war auf Gehorsam, Pflichteifer und Standesautorität eingeschworen. Alles hatte seine Ordnung, ein jeder seinen Platz. Folglich war auch die Stellung des Lehrers klar umschrieben: „Was der Hausherr in der Familie und der Regent im Staate ist, das ist der Lehrer in der Schule“ (Auszug aus dem damals gültigen `Handbuch zur Bildung angehender Lehrer`). Die Lehrer waren generationsübergreifend in ihrem Schulbereich kleine Regenten. Die Schulkinder saßen untertänigst, jeden Schultag eingezwängt in wackeligen Bänken, vor ihnen. Niedliche Tintengläser, die beim Zappeln der Kinder ihren Inhalt verspritzten, standen auf den Tischplatten. Schulkinder, die auf der Straße mit tintenbefleckten Kleidern daher kamen, wurden daher „Tintenschlecker“ genannt. Der Lehrer war lange Zeit ein bestellter Kleinregent mit untertänigem
Fußvolk, das oft wenig Beachtung fand. Der Besuch des Großherzogs im Jahre 1892 bewies dies einmal mehr. Ein Busenbacher, der als Schulkind dabei gewesen war, notierte einige Jahre danach: „ … mit einer Hofkutsche, auf der mehrere Lakaien saßen, kam der Großherzog angefahren. Er trug die Uniform der roten Dragoner in Karlsruhe. Wir Schulkinder sangen das Lied `Heil unserem Fürsten, heil`. Der Großherzog stieg aus, begrüßte kurz den Bürgermeister und die Gemeinderäte, dann stieg er wieder in seine Hofkutsche und fuhr weiter unter Böllerschüssen und Glockengeläut. Uns Schulkinder beachtete er gar nicht….“                                                                         Drittklässler 1920 mit Lehrerin Noe

Im Auf und Ab des Zeitgeschehens
Die Kriegsjahre 1939 – 1945 sowie die Jahre danach waren eine wild bewegte Zeit. Das Busenbacher Schulgeschehen wurde in den Strudel der Zeitereignisse hinein gerissen. 1945 waren die Schrecken und Greuel des Naziregimes endgültig vorbei. Die NS-infizierte Lehrerschaft, welche die Schuljugend zwölf Jahre lang im Geiste der nationalsozialistischen Ideologie erzogen hatte, musste das Feld räumen. Am 8. April 1945 besetzten französische Soldaten Busenbach. Der Ortskommandant enthob am darauf folgenden Tag alle Lehrerinnen und Lehrer ihres Amtes und beauftragte das Pfarramt mit der Übernahme und Fortführung des Schulunterrichtes.
Der damalige Pfarrer Ohlhäuser schreibt in der Pfarrchronik: „ … während in der Zeit des Dritten Reiches Kaplan Pater Wirth seit 1936 Schulverbot für die Abhaltung des Religionsunterrichtes hatte, musste er mangels verfügbarer Lehrkräfte sogar den ganzen Schulunterricht behelfsmäßig übernehmen …“
Der Busenbacher Unterrichtsbetrieb wurde – zur Freude der Schulkinder und zur Entlastung des überforderten Alleinlehrers – schon nach wenigen Wochen eingestellt.
Die Schulräumlichkeiten wurden für andere Zwecke benötigt. Die Schulangelegenheiten rückten in jener Zeit mehr und mehr aus dem Blickfeld der Verantwortlichen. Das Besorgen des Existenznotwendigen nahm jetzt alle Kräfte in Anspruch. Im Spätherbst wurde dann der Unterricht wieder aufgenommen und auf Sparflamme weitergeführt. Der von den Nazis zwangspensionierte Oberlehrer Gottmann wurde zum Schulleiter berufen. Die Lehrkräfte, die zuvor in Busenbach unterrichtet hatten, wurden auf ihr Verhalten während der NS-Zeit überprüft und in andere Orte versetzt.

Die kleine Dorfuniversität
Der Schulunterricht der Nachkriegszeit musste lange Zeit ohne Schulbücher auskommen. So lief anfänglich nicht alles rund im Schulleben. Doch es lief. Die Raumnot zwang zur Auslagerung von Jahrgangsklassen und zur Einführung des Schichtunterrichtes. Der Sportunterricht wurde im Freien und der Handarbeitsunterricht in einem düsteren Dachgeschossraum abgehalten. Die Lage entspannte sich ein wenig 1952 durch die Bauerweiterung des alten Schulhauses. Die chronische Raumnot dauerte weiter an.

                                                                                                Schulanfänger 1959 mit Lehrer Dobiasch       

Den damaligen 15 Jahrgangsklassen standen lediglich zehn Klassenzimmer zur Verfügung. Es musste also weiterhin ausgelagert werden. Die Volksschule wurde ausgangs der Sechzigerjahre in Grund- und Hauptschule aufgegliedert und strukturell neu geordnet. Die Busenbacher Schule zählte damals 15 Lehrerstellen und über 500 Schulkinder.
Die neuzeitliche Bildungsreform beendete die Ära der `Allroundlehrer`, die jahraus jahrein in ihrer Klasse sämtliche Fächer unterrichtet hatten. Die jüngeren Lehrkräfte waren fachbezogen ausgebildet und brachten erfrischenden Wind in die Klassenzimmer. Der fachspezifische Unterricht spornte den Lerneifer der Schulkinder an und erweiterte ihren Wissenshorizont.
1971 wurde das neue Schulgebäude mit seinen zweckmäßig eingerichteten Fachräumen bezogen. Bei der Schulbesichtigung sagte ein älterer Busenbacher: „Wir sind früher in die Dorfschule gegangen. Die heutige Jugend geht in eine kleine Dorfuniversität.“ Worauf der Schulleiter entgegnete: „Die Dorfschule früherer Prägung war für die damaligen Schulkinder so wertvoll wie diese kleine `Dorfuniversität` für die heutige Schuljugend. Es kommt immer auf den Geist an, der in einem Schulhaus weht.“

Bodenständige Eigentümlichkeiten
Das ländliche Umfeld und das bedächtig dahin fließende Dorfleben verliehen lange Zeit ein einzigartiges, unverwechselbares Kolorit.
So gab es Jahr für Jahr im Frühsommer und Herbst unterrichtsfreie Tage, damit die Schulkinder bei der Heuernte und dem Einholen der Kartoffeln mithelfen konnten. Es gab auch jene ganzjährige Sonderregelung für Schulkinder, die dem Vater oder Bruder das Mittagessen in die Fabrik bringen mussten.
Die jugendlichen Essensträger durften eine Viertelstunde vor Unterrichtsschluss das Klassenzimmer verlassen. Hurtig eilten sie talabwärts und übergaben den am Fabriktor Wartenden die Behälter mit dem warmen Essen.
Die Essensträger, Buben und Mädchen, rannten bei jeder Witterung den abschüssigen Weg zum Bahnhof hinab. Sie konnten nicht wissen, dass dieser Weg noch vermint war.
Der Bahnhofweg wurde 1954 verbreitert. Bei den Erdarbeiten ging am Vormittag des 16. September eine Panzermine hoch. Die wuchtige Explosion zerriss die Kette einer Planierraupe, die beim Überfahren der Mine die Zündung ausgelöst hatte. Der Raupen-Führer, ein junger US-Soldat wurde von einem Kettenglied am Kopf getroffen und verstarb am Unfallort. Die Gemeinde errichtete nachträglich in der Bahnhofstraße ein Ehrenmal, das die Beschriftung trägt: „Bei der Arbeit zum Wohle unserer Gemeinde verunglückte hier Roy Matson.“
Zu den Busenbacher Eigentümlichkeiten gehört das einträchtige Zusammenleben im Ort. Pfarrer Lipp hat vor über 100 Jahren Worte gesprochen, die immer noch von der Busenbacher Elternschaft beherzigt werden: „Kinder brauchen Religion, verantwortungsbewusste Eltern und eine gute Schulbildung.“ So waren die Kinder als Schulkinder, Pfarrkinder und Kinder ihrer Eltern fest und umfassend in die Dorfgemeinschaft eingebunden. Die Jugendlichen wuchsen behutsam in die Welt der Erwachsenen hinein und übernahmen die ruhige, solide Lebensweise, die seit Generationen ortüblich war.

Genau so ruhig, bedächtig und friedlich verlief lange Zeit das Schulleben im Ort.

Klug durchdachte Neuerungen
Die industriellen Neuerungen der so genannten `Wirtschaftswunder-Zeit` brachten Bewegung in das traditionell ruhig dahin fließende Dorfleben. Die reine Muskelarbeit verlor nach und nach an Bedeutung. Gefragt waren technisch bewanderte Leute, die hoch entwickelte Maschinen warten und bedienen konnten. Diese Entwicklung bewirkte auch ein Umdenken und Umlenken im schulischen Bildungs-bereich.

 

                                                               Lehrerkollegium 1984 mit Rektor a. D. Löffler (4.v.r.) und Konrektor a. D. Gärtner (3.v.r.)

So wurde der eng gefasste Handarbeitsunterricht für Mädchen abgeschafft und durch das Unterrichtsfach `Hauswirtschaft` für Knaben und Mädchen ersetzt. Die veralterte Form des Schulturnens musste einem neuzeitlichen Sportunterricht weichen, der verschiedene Sportarten einbindet.
Der altväterliche Zeichenunterricht fand im Lehrfach `Bildhaftes Gestalten` eine Themenerweiterung. Der `Werkunterricht` mit Holz-, Metall- und Glasbearbeitung, das Entwerfen, Formen und Brennen von Tonfiguren sowie wiederholte Praktikumstage in schulaufgeschlossenen Betrieben vermittelten fortan der Schuljugend Einblick in die Wirklichkeit der Arbeitswelt.
Die Einführung des Fremdsprachen-Unterrichtes wurde – trotz der Skepsis mancher Eltern – von den Schulkindern spontan und freudig angenommen. Zusätzliche Stütz- und Förderkurse erhöhten die Wirksamkeit des Kernunterrichtes. Schulische Arbeitsgemeinschaften bereicherten das Schulleben und spornten den Lerneifer der Beteiligten an. Viele Neuerungen lösten in der Elternschaft leidenschaftliche Streitgespräche aus. Doch das, was anfänglich ungewohnt war, hat sich inzwischen bewährt. Es gab auch Neuerungen auf der methodischen Ebene, die nicht immer glücklich verliefen und daher wieder eingestellt wurden.
Busenbach wurde in den Sechzigerjahren zum begehrten Wohnort. Die Gemeinde erschloss immer mehr Bauland und verdoppelte ihre Einwohnerzahl.
Die Schulkinder der zugezogenen Familien belebten den Unterricht auf ihre Art und spornten die Dorfkinder zum gesunden Wetteifern an. Die Schar der Schulgänger, die tagtäglich zum Schulhaus zog, bekundete auf fröhliche Weise: Schule macht Freude!                                         
(Quelle: Festschrift anlässlich „100 Jahre Altes Schulhaus 2006“)

 

Meine 17 Jahre an der Anne-Frank-Schule Busenbach
von
Helmut Waldmann (Schulleiter von 1985 – 2002)

Von 1985 – 2002 war ich Schulleiter der Anne-Frank-Schule Busenbach. Es war eine Zeit, die durch viele Veränderungen im Inneren und Äußeren der Schule gekennzeichnet war. Lehrplanrevisionen, die neue Unterrichtsinhalte und Unterrichtsmethoden brachten, der Einzug des Computers, „Lerne die Sprache des Nachbarn“ in der Grundschule, Kernzeitenbetreuung, Integrationsprojekt mit behinderten Schülern, große bauliche Veränderungen, Änderung der Schulstruktur um nur einige wesentliche Punkte zu nennen.
Ich übernahm eine intakte Schule mit einem guten Schulklima und einem engagierten Kollegium. Meine Vorstellungen von einer harmonischen und kreativen Schule fand ich in vielen Bereichen erfüllt.
Von einer großen und modernen Schule kommend, war mein erstes Ziel, die Anne-Frank-Schule nach außen stärker zu öffnen und noch lebendiger zu gestalten. Dazu gehörten u. a. regelmäßige Schulfeste, Klassenfahrten, Schullandheimaufenthalte, Schulsportfeste, Projekt- und Kreativtage, eine Stärkung der Elternmitarbeit und die Beteiligung und Mitgestaltung an Veranstaltungen der Gemeinde.
Ab dem Jahre 1987 beteiligten wir uns an dem Projekt „Lerne die Sprache des Nachbarn“. In diesem Projekt wurden die Schüler der 3. und 4. Klassen auf freiwilliger Basis in spielerischer Form an die französische Sprache herangeführt. Regelmäßige Kontakte und Begegnungen mit unserer Partnerschule in Haguenau gaben der AG Lebensnähe.
Ein großer Eingriff in die Waldbronner Schulstruktur war die Einführung der Werkrealschule im Jahre 1992. Ab dem Schuljahr 1992/93 wurden alle Waldbronner Hauptschüler der Klassenstufen 5 – 7 in der Anne-Frank-Schule unterrichtet. Danach wechselten die Schüler an die Albert-Schweitzer-Schule, wo sie die Möglichkeit hatten, in einem 10. Schuljahr den Abschluss der mittleren Reife zu erwerben. Dadurch erhielten die Hauptschüler erstmals die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss an einer Hauptschule zu erlangen, der zum Besuch eines beruflichen Gymnasiums berechtigte.
Wenn man die Unterrichtssituation der achtziger und neunziger Jahre mit der heutigen vergleicht, dann waren dies damals geradezu „paradiesische“ Zustände. Die Stundenzuteilung war so großzügig, dass wir in fast allen Jahren Förderunterricht und Arbeitsgemeinschaften anbieten konnten. Unsere Schüler konnten aus einem vielseitigen Angebot wie Flötenunterricht, Schülerchor, Theater-AG, Tischtennis, Tennis, Mini-Tennis, Turnen und EDV-Kursen auswählen.
Und nach dem Einbau der Kletterwand in der Schulturnhalle im Jahre 1997, die mit der finanziellen Unterstützung des Schwarzwaldvereins errichtet wurde, kamen noch als echtes Highlight die Kletterkurse dazu.
Eine große Herausforderung war das Integrationsprojekt, in dem drei behinderte Schüler in einer Regelklasse unterrichtet wurden. Herr Puchelt als Klassenlehrer, der von einer Sonderschullehrerin unterstützt wurde, stellte sich dieser Aufgabe, die viel pädagogisches Verständnis und Einfühlungsvermögen verlangte.
Die neunziger Jahre waren auch von großen Baumaßnahmen gekennzeichnet. Diese haben die Gemeinde sehr viel Geld gekostet, aber unseren Schülern zwei Schulhäuser beschert, in denen man sich wohl fühlen kann.
Nach der Renovierung der Außenfassaden in den Jahren 1994 – 1996 sollte die Elektroheizung durch eine moderne Gasheizung ersetzt werden. Dabei wurden so gravierende Mängel an der Elektrik entdeckt, dass eine Generalsanierung des neuen Schulhauses erforderlich wurde. Auch wenn die fast einjährige Bauzeit den Schulbetrieb teilweise empfindlich störte, waren Schüler und Lehrer über das helle und freundliche neue Schulhaus sehr erfreut.

                                         Lehrerkollegium 1995 mit Herrn Rektor a. D. Helmut Waldmann (rechts)

Im Zuge der Sanierung entstand auch eine komplette Vernetzung des neuen Schulhauses. Dadurch war es uns nach der großzügigen Spende von zwanzig Computern durch die Karlsruher Fiducia AG möglich, alle Klassenzimmer mit zwei Computern mit Internet-Anschluss auszustatten. Dies war zu dem damaligen Zeitpunkt eine optimale Multimedia-Ausrüstung, die hervorragende Möglichkeiten bot, unsere Schüler schon ab der Grundschule mit der Informationstechnologie vertraut zu machen.
Eine letzte große Baumaßnahme galt den beiden Schulhöfen, die von Pflastersteinen und Asphalt dominiert wurden. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Gemeinde wurden in zwei großen Gemeinschaftsaktionen in den Jahren 2001 und 2002 von über 100 Eltern, Lehrern und Schülern die beiden Schulhöfe umgebaut. Es
entstanden zwei naturnahe Schulhöfe, die den Schülern viele Möglichkeiten zur Pausengestaltung boten. Tischtennisplatten, Sitzbänke, grünes Klassenzimmer, Rutsche, Spielflächen, Sportgeräte, Baum- und Sträucherbepflanzung animierten zu einer bewegungsaktiven Pause und wurden von Schülern und Lehrern gleichermaßen angenommen. Mit der Neugestaltung des Grundschulhofes im April 2002 ging noch ein lang ersehnter Wunsch vor meiner Verabschiedung als Schulleiter im Juli in Erfüllung.

Zurückblickend kann ich feststellen, dass ich meinen Beruf sehr gerne ausgeübt habe und ich meine Aufgabe als Schulleiter der Anne-Frank-Schule in den 17 Jahren immer mit Freude wahrgenommen habe. Dabei wurde ich in all den Jahren durch ein engagiertes Kollegium hervorragend unterstützt. Zu dem angenehmen Schulklima trugen auch verständnisvolle Eltern und lernwillige Schüler bei, die nur wenige schwerwiegende pädagogische Probleme verursachten.
Ich wünsche der Anne-Frank-Schule, dass sie auch weiterhin eine Schule bleibt, in der sich Schüler und Lehrer wohl fühlen und in der die Schüler von engagierten Lehrkräften das Rüstzeug für eine erfolgreiche Schullaufbahn erhalten.                                                                          (Quelle: Festschrift anlässlich „100 Jahre Altes Schulhaus 2006″)